Unterstützung auf den Philippinen

Die Gemeinde Toboso auf der philippinischen Insel Negros Occidental ist erheblich von Armut geprägt. Kinderarbeit ist verbreitet: etwa 24% der Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren arbeiten auf Zuckerrohrplantagen, in Handwerksbetrieben, auf Märkten oder in Haushalten. 22% der Kinder sind gezwungen, ihre Schulausbildung abzubrechen, wodurch sich der seit Generationen bestehende Teufelskreis aus Armut und fehlender Bildung fortsetzt.

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Prävention und Abschaffung von Kinderarbeit in Toboso, Philippinen – Projekt 2014 – 2017

Das Projekt der NRO Quidan Kaisahan in Zusammenarbeit mit der Karl Kübel Stiftung, der Strahlemann-Stiftung und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte die Prävention und schrittweise Reduzierung der Kinderarbeit und die Rückführung der Kinderarbeiter ins offizielle Schulsystem zum Ziel.

In einem Projektzeitraum von 2014 – 2017 wurden die 21.175 Gemeindebewohner (52% der Gesamtbevölkerung) über Kinderrechte und Kindesschutz aufgeklärt. In den 9 Barangays wurden Kinderclubs mit 235 Mitgliedern und Elterngruppen mit 449 Mitgliedern eingerichtet. Diese wurden mit den zu Kindesschutzthemen weitergebildeten Lehrern und Mitgliedern der Kindesschutzkomitees vernetzt. Die Mitgliederzahl in diesen Kindesschutzgremien hat sich von 53 auf 240 Personen erhöht. Die Komitees haben eigene Aktionspläne gegen Kinderarbeit und Schulabbruch formuliert und ein Überwachungssystem eingerichtet, um die Situation aller 16.663 Kinder in den Barangays regelmäßig zu überprüfen.

An den Schulen wurden 595 Kinder identifiziert und gezielt gefördert, die besonders von Schulabbruch bedroht sind. Es ist gelungen, alle 595 Kinder an den Schulen zu halten, wobei 121 der 210 arbeitenden Kinder komplett zu arbeiten aufgehört und 89 ihre Arbeitsstunden reduziert haben.

Um die Familien der Kinderarbeiter und Schulabbrecher ökonomisch zu stärken, wurden 9 livelihood-Komitees unter dem Dach der Kindesschutzkomitees gegründet und in unternehmerischen und berufspraktischen Kenntnissen und Fähigkeiten weitergebildet. Ein revolvierender Kleinkreditfonds wurde eingerichtet, um den bedürftigen Familien auf Antrag Kapital für einkommensschaffende Maßnahmen zur Verfügung zu stellen. Während der Projektlaufzeit haben 246 Einzelpersonen und eine Gruppe aus 5 Personen Kleinkredite aufgenommen. Alle Kreditnehmer berichten von ersten Einkommensverbesserungen, die sich ich Laufe der Zeit hoffentlich weiter steigern werden. Der Kleinkreditfonds steht den Bewohnern auch nach Projektende weiterhin zur Verfügung.


753 Von den zu Projektbeginn identifizierten 753 Kinderarbeitern konnten 382 erreicht werden
172 haben aufgehört zu arbeiten
210 haben ihre Arbeitszeit reduziert und führen keine gefährlichen Tätigkeiten mehr aus“



Folgeprojekt – Start 2018

Während der Umsetzung des Projektes 2014 – 2017 wurde deutlich, dass in der Gemeinde über Kinderarbeit hinausgehende Probleme, wie Vernachlässigung, Missbrauch, Gewalt und Ausbeutung von Kindern bestehen. Die Dunkelziffer ist hoch, da viele Fälle unerkannt bleiben. Wie viele andere abgelegene, von Armut gekennzeichneten Gemeinden hat auch Toboso erhebliche Probleme, die umfangreichen gesetzlichen Vorgaben zum Kindesschutz umzusetzen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen nur ein Schritt auf dem Weg zu einem umfassenden System zum Schutz von Kindern sein kann. Weitere wichtige Voraussetzungen sind die Existenz von gut ausgebildeten, ausgestatteten und vernetzten Selbsthilfestrukturen, die die Bevölkerung informieren, die Situation insbesondere von gefährdeten Kindern beobachten und ein adäquates Fallmanagement sicherstellen können.

Daher wird seit Juni 2018 ein Folgeprojekt zur Schaffung eines solchen umfassenden Systems zum Schutz von Kindern von Quidan Kaisahan umgesetzt. Zur Bewusstseinsbildung und Stärkung von Kindern und Familien wird mit neun Kindergruppen und zwölf Elterngruppen zusammengearbeitet und die gemeindeweite Kooperation der Gruppen gefördert. Auch die wirtschaftliche Stärkung von besonders gefährdeten Familien ist ein wichtiger Baustein, um armutsbedingte Risikofaktoren zu reduzieren. Durch die Tätigkeit von 46 Kindesschutz- Freiwilligen wird auch über diese Gruppen hinaus ein Bewusstsein für Kindesschutz geschaffen.

Darüber hinaus sollen in vier weiterführenden Schulen entsprechende Strukturen aufgebaut werden. Das Lehr- und Leitungspersonal wird geschult und mit Lehrmaterialien unterstützt. Die Arbeit der 25 alternativen Lernzentren für Schulabbrecher soll verbessert und um berufsbildende Kurse erweitert werden, um die Chancen der Absolventen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.

Dass dies dringend nötig ist, zeigt die Tatsache, dass bereits in den wenigen Monaten seit Projektbeginn fünf Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch gemeldet wurden.
Durch die Projektaktivitäten werden die zuständigen Stellen dabei unterstützt, Verdachtsfälle adäquat zu bearbeiten, Opfer vor weiterem Missbrauch und Traumatisierung zu schützen und präventiv tätig zu werden.


Besondere Momente

Projekt: Unterstützung auf den Philippinen

Hessen hilft den Taifunopfern: Strahlemann unterstützt Aktionsbündnis „Hessen hilft“

Strahlemann unterstützt den Spendenaufruf für die Taifunopfer im Rahmen des Aktionsbündnisses „Hessen hilft“. Unter Federführung der Bensheimer Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie werden die Spenden den Bewohnerinnen und Bewohnern der Insel Bantayan, die nordwestlich von Cebu (Philippinen) gelegen ist, zugutekommen. Unterstützt wird der Spendenaufruf ebenfalls vom Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

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